Die indogermanische Sprache ist keineswegs eine Ursprache, denn es handelt sich hierbei um eine Sprachfamilie. Es ist eine alte, steinzeitliche Sprachgruppe, die im Sprachraum zwischen Europa und Asien gesprochen wurde. Zeitlich wird sie ab der Jungsteinzeit eindeordnen und von der Mittleren Steinzeit abgegrenzt.
Aus der idg. Sprache entwickelten sich mit der Zeit immer mehr verschiedene Sprachen. Diese entstanden wahrscheinlich mit den unterschiedlichen Lebensweisen, Lebensräumen oder durch Dialekte. Diese Entwicklungen geschahen in einem langen Prozess, aus welchem am Schluss unsere heutigen Sprachen entstanden. Untergruppen der idg. Sprache sind: Indisch, Iranisch, Armenisch, Griechisch, Albanisch, Italisch, Keltisch, Baltisch, Slawisch und Germanisch.
Die deutsche Sprache gehört auch zu der idg. Sprachfamilie. Sie führt auf die germanische Sprache zurück und besitzt sogar eine eigene Tochtersprache, Jiddisch. Neben ihrer Tochtersprache hat sie auch andere Verwandtschaftsbeziehungen:
-Isländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Färöisch
-Niderländisch & Afrikaans
-Friesisch
-Letzeburgerisch
Die 10 Sprachgruppen der idg. Sprache
Indisch
Das Indische wurde als Altindisch in Veda-Texten, als Sanskrit, als Neuindisch oder als lingua franca (Hindi, Urdu, Bengali, Napali, Sinhalisch) überliefert. Dabei entstand auch die Sprache Roma.
Iranisch
Iranisch wurde vor allem in altpersischen Königschriften nachgewiesen (6.-4. Jh BC). Danach; die neuiranischen Sprachen wie Persisch, Afghanisch, Belutschisch, Tadschikisch, Ossetisch & Kurdisch.
Armenisch
Armenisch ist seit dem 5.Jh eine Kirchensprache, welche nun mit kleinen Abänderungen in der Republik Armenien gesprochen wird.
Griechisch
Altgriechisch wurde etwa im 8.Jh überliefert. Neugriechisch basiert aber auf entstandene Dialekte. Das entstandene Koine wird heute in volkstümlicher Form gebraucht.
Albanisch
Albanisch wurde seit dem 15./16.Jh überliefert und wird heute in Albanien, auf der Balkaninsel und in Unteritalien gesprochen.
Italisch
Seit dem 6.Jh BC wurden altitalische Dialekte überliefert, welche Vorgänger des Latein sind. Aus Vulgärlateinischen Sprachformen entwickelten sich Sprachen wie Italienisch, Französisch, Sardisch, Provenzalisch, Katalanisch, Rätoromanisch, Furlan, Ladinisch, Portugiesisch und Spanisch.
Keltisch
Idiodome führen ca. 2000/3000 Jahre zurück. Später starben sie aber aus. Jedoch kennt man Inselkeltische Sprachen wie Irisch, Kymrisch, Gälisch und Bretonisch bis heute.
Baltisch
Altpreussisch wurde vom 14.-17.Jh überliefert. Im 16.Jh entstanden Lettisch und Litauisch.
Slawisch
Slawisch kann in drei Gruppen eingeteilt werden, Ostslawisch (Russisch, Ukrainisch), Westslawisch (Polnisch, Tschechisch, Slowakisch, Sorbisch) und Südslawisch (Serbokroatisch, Makedonisch, Slowenisch, Bulgarisch). Die ersten Bulgarischen Texte sind bis ins 10.Jh zurückzuverfolgen.
Germanisch
Die erste germanische Sprache (Gotisch) starb aus. Das Englische entstand im 8.Jh. Im 13.Jh entwickelten sich Isländisch, Norwegisch, Dänisch, Schwedisch und Färöisch. Ausserdem entstanden Friesisch und Niderländisch. Aus dem Niderländischen entwickelte sich Afrikaans. Deutsch ist seit dem 8.Jh überliefert. Daraus entwickelte sich zuerst das Niderdeutsch und später das (alt)Hochdeutsche. Letzeburgerisch und Schwyzerdütsch beruhen auf die dort gesprochenen Umgangssprachen. Das Jiddische entwickelte sich als Tochtersprache des Deutschen.
Sprachverwandtschaft
Eine Sprachverwandtschaft weist eine lexikalische und grammatische Ähnlichkeit zwischen Sprachen auf. Wenn man z.B. deutsche Wörter mit bedeutungsgleichen Wörtern aus anderen idg. Sprachen vergleicht, so kann man Ähnlichkeiten der Lautgestalt nachweisen.
Bsp.: dt. Mutter, engl. mother, franz. mère, lat. mater, russ. máteri, altind. Matar
Vorallem bei Sprachen, die die gleiche Muttersprache haben, bemerkt man solche Gemeinsamkeiten schnell. Denn sie haben viele gleiche Elemente aus ihrer Muttersprache mitgenommen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Latein. Es ist die Muttersprache der romanischen Sprachen Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Sadisch, Provenzalisch, Katalanisch, Rätoromanisch, Ladinisch und Furlan. Es sind unterschiedliche Sprachen, die aber alle die gleiche Grundlage hatten und somit irgendwie zusammenhängen.
Die deutsche Sprache
Die deutsche Sprache hat ihre Anfänge im 8. Jh. Von da an sind auch literarische Texte nachzuweisen. Die mittelalterliche Literatur endet aber nicht mit dem Mittelalter (1500), sondern um 1648 mit dem Ende des 30 jährigen Kriegs.
Der Schwerpunkt der Literatur war das Mittelhochdeutsch.
Die Blütezeit der höfischen Dichtung war um etwa 1200.
Mittelhochdeutsch: "Mittel" drückt die Zeitdimension aus und "hoch" steht für die räumliche Ausbreitung.
Hochdeutsch: Hier steht das "hoch" nicht für die räumiche Ausbreitung, sondern für das Überregionale. Hochdeutsch bezieht sich auf den Raum südlich der Banrather Linie. Diese teilt den deutschen Sprachraum in zwei Hälften. Im flachen Norden wurde Niederdeutsch gesprochen.
Die Standartsprache entwickelte sich erst in der Frühen Neuzeit und wird heute Hochdeutsch genannt.
Die Lautverschiebungen
1. Lautverschiebung: Indogermanisch - Germanisch (Ende ca. 500 BC)
2. Lautverschiebung: Germanisch - Althochdeutsch (Ende ca. 750)
Indogermanisch
|
Germanisch
|
Hochdeutsch
|
P
|
F
|
F
|
T
|
Th
|
D
|
K
|
Ch
|
H
|
B
|
P
|
Ff/pf
|
D
|
T
|
Ss/tz
|
G
|
K
|
Hh/ch
|
Bh
|
B
|
B (alem./bair. P)
|
Dh
|
D
|
T
|
Gh
|
G
|
G (bair. K)
|
Die Entwicklung
- Althochdeutsch (750-1050)
- Mittelhochdeutsch (1050-1350)
- Frühneuhochdeutsch (1350-1650)
- Neuhochdeutsch (1650-heute)
Die deutsche Sprache beginnt sich mit dem Ende der zweiten Lautverschiebung zu entfalten. Diese Lautverschiebungen finden am Anfang des Mittelalters statt. Im Mittelalter gab es verschiedene Sprachgebiete. Einige machten die Lautverschiebungen mit, andere blieben am Alten hängen.
Nach diesen Lautverschiebungen wurde als erstes Althochdeutsch gesprochen. Jede dieser "Deutscharten" wurde entwickete sich nach ca. 300 Jahren weiter. Nach dem Althochdeutschen kam das Mittelhochdeutsch, welches für die Literatur sehr bedeutsam ist. In dieser Zeit hatte die deutsche Literatur nämlich ihre Blütezeit. Dann ab etwa 1350 war die Zeit des Frühneuhochdeutschen und danach kam auch schon die letzte Phase, in der Neuhochdeutsch aufkam. Das war dann auch so das Ende der mittelalterlichen Literatur.
Meine Erkenntnisse
- Es gibt Sprachen, welche im Sprachraum der idg. Sprachen liegen und trotzdem nicht zu dieser Sprachgruppe gehören; Baskisch, Ungarisch, Finnisch, Türkisch, Georgisch
- Die 2. Lautverschiebung spielte sich relativ am Anfang des Mittelalters ab.
- Schwyzerdütsch machte nicht die ganze Entwicklung der deutschen Sprache mit (Lautverschiebung), und enthält dadurch noch ältere Elemente.
- Schwyzerdütsch machte nicht die ganze Entwicklung der deutschen Sprache mit (Lautverschiebung), und enthält dadurch noch ältere Elemente.
- Die deutsche Sprache mit ihrer Literatur reicht bis über das Ende des Mittelalters.
Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Sprachgeschichte#Die_deutsche_Sprache_von_1650_bis_Ende_des_18._Jahrhunderts